Café & Kneipe im Ehrenamt
Shownotes
Thälmanns Münchenberg
[https://hierzulanden.de/hierzulanden-1-3/]
Kultus e.V.
Marktpavillon Norden
[https://www.kulturbrennerei.de/marktpavillon/]
Café mittendrin Zwönitz
[https://www.mittendrin-zw.de/]
Café Ré Rehfelde
Nora Noll (Pronomen: sie), Journalistin Portfolio X: @nora_felicitas Instagram: @norxno
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00:00:09: An der Theke wird Essen ausgegeben.
00:00:11: Fle Fle Kusa gibt es an diesem Freitagabend, ein syrischer Gemüserreis.
00:00:16: An zwei Tischen spielen junge und alte Menschen zusammen.
00:00:18: Schach im Innenhof bereitet sich ein Dudelsack-Spieler auf das Konzert am Abend vor.
00:00:24: Es ist viel los in Cafetelmanns.
00:00:28: Seit fünf Jahren gibt es das Cafetellmanns in Münchenberg.
00:00:32: Es liegt im alten Stadtkern der ostbranntenburgischen Kleinstadt mit circa sechstausend Einwohnerinnen.
00:00:38: Donnerstags und Freitags öffnet das Tellmanns von sechzehn bis zwanzig Uhr, dann gibt es Kaffee, Kuchen und später Abendessen – alles zu bezahlbaren Preisen!
00:00:53: Das
00:00:58: erzählt Veronica.
00:00:59: Sie arbeitet für den Verein Kultus EV und übernimmt die Projektkoordinationen des Cafés.
00:01:05: Denn das Tellies, wie die Münche Berger ihr Café liebevoll nennen ist kein normaler gastronomischer Betrieb – es wird hauptsächlich von Ehrenamtlichen betrieben.
00:01:15: Ich würde
00:01:15: sagen so um die fünfzehn Personen sind so doch ein relativ verlässlicher fester Kern, die Kaffee schichten übernehmen.
00:01:24: Dann gibt es noch eine große Gruppe an Kuchenbeckerinnen, also tatsächlich Bäckeren sind alles Frauen die den Kuchen backen, die das auch sehr verlässlich machen.
00:01:33: und dann gibt's ja auch noch einige, die abhängig von ihren zeitlichen Möglichkeiten sich hier einbringen und ab und zu einfach eine Schicht machen oder wenn wir Veranstaltungen haben dann dazu kommen
00:01:45: und
00:01:46: helfen.
00:01:46: Orte wie das Cafetelmans gibt es in ganz Deutschland Gerade dort wo die klassische Gastronomie wegbricht, etwa weil Menschen aus der Gegend wegziehen und dadurch das Geschäft nicht mehr läuft oder weil sich mehr und mehr Leute einen Restaurantbesuch nicht mehr leisten können.
00:02:03: Da liegt der Gedanke nahe warum nicht einfach selber machen?
00:02:07: In dieser Folge vom Podcast zusammenwachsen geht es genau um diese Orte.
00:02:12: was erst einmal unspektakulär klingt kann eine große Wirkung haben denn in selbst organisierten Cafés wird nicht nur Kaffee getrunken.
00:02:20: Um zu schauen, was dort noch so passiert wie unterschiedliche Cafés funktionieren und welche Bedeutung sie für die jeweiligen Gemeinden haben fahren wir hin.
00:02:29: Nach Rehfelde in Brandenburg nach Norden in Niedersachsen und nach Zwönitz in Sachsen Aber zurück nach Münchenberg.
00:02:49: Dass die Getränke und das Essen im Cafetelmanns überhaupt feste Preise haben war nicht immer so erzählt Veronica.
00:02:56: Dieses
00:02:56: Aufspendenbasis ist für viele einfach komisch.
00:03:00: Also selbst einschätzen, wie viel ist das jetzt wert?
00:03:03: Ist einfach ein bisschen außergewöhnlich und kann schon zu einer Hürde werden für Menschen dann diesen Raum zu
00:03:12: nutzen.
00:03:13: Sowieso versucht das Tailmanns so gut es geht einen Ort für alle Menschen in Münchenberg zu sein.
00:03:19: Deshalb hat sich auch das Konzept verändert.
00:03:22: Anfangs nutzte der Verein die Räumlichkeiten flexibel.
00:03:25: Wie in einem Mitmachladen konnten Gruppen sich einmieten, um dort zum Beispiel gemeinsam Gymnastik zu machen oder zu stricken.
00:03:33: Bei den Leuten, die vor Kurzem in die Gegend gezogen waren, kam diese Idee gut an – bei den Einheimischen weniger.
00:03:40: Für die Uhe Münche Berger war das glaube ich sehr ... ja, konnten sie nicht so recht einschätzen was in diesen Räumen passiert und sind dann eher weggeblieben.
00:03:49: sehr buntes Programm, aber keine festen Termine.
00:03:55: Als dann in der Corona-Zeit ein Großteil der Münchenberger Gastronomie dichtmachte, begann die Gruppe rund um den Verein Kultus Gehweg Cafés zu organisieren und schließlich wurden die gesamten Räume wie ein klassisches Café eingerichtet.
00:04:10: Seit das so aussieht merkt man auch dass Leute, die vorher nicht gekommen sind diese Räumer für sich entdecken einfach hierher kommen und Kaffeekuchen trinken, dann vielleicht mitkriegen.
00:04:24: Ach ist ehrenamtlich!
00:04:26: Ach man kann Kuchen backen, das könnte ich eigentlich auch machen.
00:04:29: also es ist so ein ganz guter Einstieg.
00:04:32: eigentlich auch um hier mitzumachen haben wir festgestellt.
00:04:35: Anfangs ist vor allem eine Person für das Projekt zuständig die Vorgängerin von Veronica.
00:04:41: sie schreibt Förderanträge hat die Schichtpläne im Blick organisiert das Essen und telefoniert den Ehrenamtlichen hinterher.
00:04:48: Diese
00:04:48: Bandbreite an Aufgaben, das ist einfach zu viel für eine Person und deswegen haben wir dann vor zwei Jahren auch ein Jahr lang so einen Prozess gemacht wo genau geguckt würde was für Aufgaben gibt es eigentlich?
00:05:03: Wie hängen die zusammen und wie kann man sie gut auf mehrere Personen aufteilen?
00:05:10: Veronica kann allen ehrenamtliche Gruppen eine Organisationsentwicklung empfehlen Denn seitdem werden die Aufgaben besser verteilt.
00:05:19: Trotzdem glaubt sie, dass eine Stelle notwendig ist um die unbeliebte Arbeit abzudecken?
00:05:34: Auch der Markt Pavilion in Norden setzt auf eine Mischung aus ehrenamtlicher und hauptamtlicher Arbeit
00:05:43: Und dann
00:05:44: benutzen wir von
00:05:44: dieser ganzen Maschine ... Das Café in der ostfriesischen Stadt in Niedersachsen liegt mitten auf dem Marktplatz, umgeben von historischen Kaufmanns und Bürgerhäusern.
00:05:54: Seit Jahrzehnte gibt es hier fast jeden Tag bezahlbaren Kaffee und Kuchen – nur Dienstags- und Mittwochs bleibt der Laden zu.
00:06:02: Also wir haben ja auch Angestellte weil wir davon ausgehen dass es anders mit so ganz fixen Öffnungszeiten nicht klappen
00:06:10: würde.".
00:06:11: Das erzählt Tina.
00:06:12: Sie gehört zum Verein Kulturbrennerei DOKA, der das Café vor zwei Jahren gegründet hat.
00:06:18: Ähnlich wie in Münchenberg bemerkten sie und ihre Mitstreiterinnen dass es im Norden an Orten mangelte wo Menschen zusammenkommen können ohne Geld auszugeben.
00:06:28: Das
00:06:28: waren hier früher ganz viel Kneipen Und wir haben selber aus eigener Erfahrung Früher auch abends wenn wir unterwegs waren viele Menschen getroffen von denen wir wussten dass die zB Ich würde es mal ganz allgemein als prekäre Situation nennen, irgendwie Leben mit psychischen Erkrankungen
00:06:47: ohne eine
00:06:48: gute Begleitung von außen.
00:06:50: Und die waren dann aber abends wenn sie in diesen Kneipen waren einfach Teil dieser Menschen, die da waren und mit dem Ohner gab's hier so einen recht großen Prozess des Kneipenschließens und Kneippenbetreiberinnen dazu entschieden haben, den Laden einfach nicht wieder aufzumachen weil sie gesagt haben naja gut so gut hat es sich nun auch wieder nicht getragen.
00:07:13: und ob ich jetzt hier in Norden eine Kneipe habe oder nicht.
00:07:15: aber das macht natürlich für die Bürgerinnen der Stadt super viel
00:07:18: aus.
00:07:19: Neben dem regulären Cafébetrieb findet im Markt Pavillon ein buntes Programm statt.
00:07:24: Es gibt Basteln für Kinder Treffen für ältere Menschen einen Plattdeutschkurs und regelmäßige Konzerte.
00:07:32: Und um wirklich ein Ort für alle Menschen zu sein gibt es im Marktpavilion die Möglichkeit, für andere Leute ein Getränk zu kaufen.
00:07:39: Im Plattdeutschen heißt das Koffioblatt und in der Arbeit der Szene hat das Ursprung das Menschen, die quasi einen Kaffee über hatten, den auf so eine Dachlatte gestellt haben oder halt eine Tasse, die dann gefüllt werden konnte.
00:07:53: Und deshalb heißt es... Der Kaffee auf der Latte.
00:07:56: Im Becher kauft man dann leer und dann stellt man den in ein Regal, das hängt bei uns drin im Laden.
00:08:01: und die Menschen, die kein Geld haben können, dann gucken ob da ein Becher drin steht?
00:08:05: Dann holen sie sich einen Becher aus dem Regal kommt
00:08:07: zum Tresen,
00:08:08: kriegen Kaffees
00:08:08: oder ein Tee.
00:08:09: Die Idee geht auf.
00:08:11: Tina erzählt dass auch wohnungslose und von Armut betroffene Menschen in den Marktpavilion kommen.
00:08:16: Das Café werde dadurch zu einem Begegnungsort für unterschiedliche Leute.
00:08:21: Eine rote Linie gibt es aber trotzdem.
00:08:24: Wenn es um die Frage geht, wie der Marktpavilion genutzt wird, sagt Tina.
00:08:28: Bisher ist das einzige Ausschusskriterium dass Menschen, die hier etwas veranstalten möchten nicht mit beiden Beinen ganz fest auf unserer demokratischen Grundorte stehen.
00:08:37: Also ansonsten nur weil uns irgendwas nicht gefällt.
00:08:41: wenn irgendjemand Musik macht, die uns nicht gefaltet und ist es halt so.
00:08:44: Aber das heißt ja nicht, dass er hier nicht auftreten
00:08:45: kann.
00:08:46: In Norden scheint das kein großes Problem darzustellen.
00:08:49: Anders sieht das in Zwönitz aus.
00:08:52: Zwöniz ist eine sächsische Kleinstadt im Erzgebirge mit elf Tausend Einwohnerinnen, In der Altstadt findet sich das Café mittendrin und das wurde schon mehrmals zur Zielscheibe von Rechtsextremen aus der Umgebung etwa als das Cafés zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem früheren Ostbeauftragten Marco Wanderwitz eingeladen hatte.
00:09:14: Es sollte um Demokratiedefizite in Ostdeutschland gehen.
00:09:17: Letztendlich muss man es aus Sicherheitsgründen absorgen, weil ein paar Tage vorher wir eben erfahren haben über das Bundeskriminalamt dass hier die Freien Sachsen mobilisieren und das stören wollen mit Trommeln und Fackeln aufmarschieren wollen.
00:09:31: Das sei vor zwei oder drei Jahren passiert erzählt Katrin vom Café Mitten drin.
00:09:36: Katrin und ihre Mitstreiterinnen haben sich davon nicht einschüchtern lassen.
00:09:41: Sie betreiben weiterhin das Café und das komplett ehrenamtlich.
00:09:45: Sie öffnen nicht zu festen Zeiten, sondern zu Veranstaltungen.
00:09:49: Die meisten Programmpunkte haben keinen dezidiert politischen Inhalt.
00:09:54: Es gibt die Erzählcafés bei denen vor allem ältere Frauen den jüngeren Gästen aus ihrer Vergangenheit erzählen.
00:10:00: es gibt Quizabende Ausstellungen Treffen für Familien mit Kindern mit Behinderung oder das Tea and Talk Format um Tee zu trinken und dabei Englisch zu reden.
00:10:10: Wir sind da vielleicht auch kulturell in eine Lücke gestoßen, weil wenn man sich es genau betrachtet so viel ist hier nicht los im Ort.
00:10:17: Es gibt Gaststätten ja, es gibt einige Gaststädte.
00:10:20: Manche einzelne Veranstaltungen fielen feste im Jahr also so städtisch und feste Aber direkt so, dass man mal unter der Woche zum Handarbeitstag gehen kann.
00:10:29: Oder Spiele und Bingo!
00:10:30: Also es ist auch ganz niedrigschwellige Sachen.
00:10:32: oder mal Live-Music einmal im Monat wo man keinen Eintritt bezahlen muss.
00:10:35: Wo man einfach mal eine gute Zeit hat wo man sich nicht aufpräzeln muss oder wo man halt nicht irgendwo erst hinfahren muss.
00:10:40: das wissen die Leute zu schätzen und da haben wir eben wirklich insbesondere bei der Live-Musik ganz viel Zulauf.
00:10:45: Zusätzlich organisiert das Team von etwa fünfzehn Aktiven einen Clean Up Day wo Freiwillige ihre Stadt aufräumen und kümmert sich im Frühjahr darum, dass die Baumscheiben in der Stadt gepflanzt werden.
00:10:58: Katrin wünscht sich in Zukunft auch mehr Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen und in den Kaffeebetrieb zu integrieren.
00:11:05: Bei einer Ausstellung von und mit Geflüchteten, die ins Café mitten drin kamen.
00:11:10: hat das bereits einmal funktioniert?
00:11:12: Als Auftakt zur Verne Saarsch quasi hatten wir ein internationales Buffet.
00:11:16: Da hatten wir ganz viele geflüchtete Leute Und auch andere, wer hier kommen wollte aus verschiedenen Ländern eingeladen und da waren Leute, was ist es?
00:11:23: Sechzehn Leute hier aus zehn oder zwölf Ländern.
00:11:27: Und alle hatten etwas zum Buffet mitgebracht und haben so ein tolles internationales Buffet gehabt.
00:11:31: Das war Wahnsinn!
00:11:33: Ja das war richtig, richtig
00:11:34: schön.".
00:11:34: Auch beim Café Thälmanns dient das Essen als Brücke um deutsche und nicht-deutsche zusammenzubringen erzählt Veronica.
00:11:41: Oft haben wir syrisches Essen, einfach weil wir eine Frau hier haben die aus Syrien kommt aber auch Die internationalen Wissenschaftler vom Zeil von dem Forschungsinstitut in Münchenberg, auch da kommen immer wieder Leute hierher und kochen Spezialitäten aus ihrer Heimat.
00:11:58: Und das sind einfach sehr besondere, sehr schöne
00:12:01: Abende.
00:12:01: Internationale Kochabende – das klingt nett und harmlos!
00:12:05: Doch in manchen Orten reicht es aus sich für ein schönes und demokratisches Miteinander einzusetzen um zur Zielscheibe von Rechten zu werden.
00:12:15: In Zwönitz griffen Teile des Stadtrates das Kaffee mittendrin
00:12:18: an.
00:12:19: Als die AfD-Stadtratsfraktion ein böses Schmähschrift über uns schrieb und uns schlecht machte, wirklich auch öffentlich mit einem vierseitigen Schreiben dieser Linksradikale
00:12:28: v.a.,
00:12:28: dass sich Einsatz für Weltaffenheit, Toleranz und Mitmenschlichkeit dienen darf man keine Fördermittel geben und den muss man die Gemeinnützigkeit aberkennen oder sagen hey wo kommt mir jetzt das her?
00:12:39: Die Stadt kürzte dem Kaffeeschritt mittendrinnen den Mietzuschuss.
00:12:43: Ein harter Schlag, denn das Café finanziert sich ohnehin schon größtenteils durch Crowdfunding.
00:12:48: Katrin wünscht sich deshalb staatliche Fördermittel die spezifischen Mietkosten abdenken und die nicht so einfach vom Stadtrat gekürzt werden können.
00:12:56: Du kannst Veranstaltungen machen du kannst ein Beamer kaufen oder irgendwas aber die Miete für die Räume ja die Voraussetzungen sind für überhaupt irgendetwas.
00:13:05: Die darfst du von fast keinem Fördermittel bezahlen und da agern wir uns halt manchmal drüber und suchen dann noch Alternativen.
00:13:13: Und haben natürlich, wie wir gesagt haben durch die Feste, durch die Gastro, die man jetzt umeinahm hatten auch ein bisschen was angespart, sodass wir also deutlich in den Jahr zwei tausend siebenundzwanzig hineinkommen.
00:13:25: Aber wir müssen etwas tun!
00:13:27: Wir müssen wieder Vorderanträge
00:13:28: stellen.".
00:13:29: Unsere letzte Station bei einem kollektiven Café führt uns zurück nach Brandenburg – nach Rehfelde, ein Dorf in Merkisch-Oderland.
00:13:37: Dort gibt es das Café Ré, dass wie das Cafétailmanns in Münchenberg von dem Verein Kultus EV gegründet wurde.
00:13:44: Eine Kerngruppe von acht Ehrenamtlichen und weitere rund dreißig Helfende kümmern sich darum, dass das Cafés jeden Freitag von vierzehn bis achtzend Uhr öffnen kann – und organisiert Veranstaltungen wie Buchlesungen oder Livemusik.
00:13:59: Rosie wird für ihre Rolle als Projektkoordination als Einzige bezahlt.
00:14:03: Einer der größten Herausforderungen die große Gruppe von Ehrenamtlichen aktivieren.
00:14:08: Ich informiere auch regelmäßig per E-Mail und schick dann raus, welche Veranstaltungen
00:14:14: stehen
00:14:14: an?
00:14:14: Was haben wir da geplant?
00:14:16: Warum brauchen wir vielleicht noch Dresenkraft für die Musikveranstaltung
00:14:20: am
00:14:20: Abend?".
00:14:23: Und am Ende stehen doch immer die gleichen da!
00:14:25: Wir haben in dieser Liste stehen, die haben sich einmal diesen Zettel abgegeben und den haben einmal einen Kuchen gebracht und nie mehr wieder gesehen.
00:14:31: Entscheidungen werden vor allem von ihr und der Kerngruppe getroffen Zum Beispiel, als es um die Frage ging ob das Kaffee auch Kuchen zum Mitnehmen verkauft.
00:14:40: Wir haben immer mal so ein Stück mit rausgegeben und dann haben wir ja Papdella und war eigentlich nie ein Problem.
00:14:46: Und dann war das erste Mal in diesem Jahr geöffnet... Ja okay, nimmst du halt einen Kuchen mit.
00:14:52: Und beim zweiten Mal kam dann ein älteres Paar rein, Punkt vierzehn Uhr
00:14:57: und die standen
00:14:58: dann so und er hat mir gern von dem drei und vom Vier und vom Fünf Stück bitte.
00:15:02: Dann sag
00:15:03: ich Nee?
00:15:05: Und dann diese Bienen.
00:15:06: Dann sage ich, naja wir sind hier im Café und möchten unsere Kuchen hier anbieten.
00:15:10: Sie können
00:15:11: pro Kopf
00:15:13: gerne von mir aus ein Stück
00:15:14: mitnehmen
00:15:16: aber wir sind jetzt nicht hier um ihr Besuch zu Hause zu bewirten.
00:15:20: Die waren
00:15:20: dann ein bisschen stinkig.
00:15:22: Dann haben wir direkt am Tag entschlossen und es gibt kein
00:15:25: Aussachausfahren.
00:15:25: Das Caféré hat eine Besonderheit Im Gegensatz zu den anderen Cafés muss es sich nicht um die Miete kümmern.
00:15:32: Die wird von dem Verein übernommen.
00:15:34: Das erleichtert den kollektiven Café-Betrieb ungemein.
00:15:38: Denn Fördermittel für den konstanten Betrieb zu finden, stellt nicht nur für das Café mittendrin in Zwönitz eine Herausforderung dar.
00:15:45: Dem Cafétailmanns in Münchenberg geht es genauso.
00:15:48: Es
00:15:48: verwundert mich immer wieder, dass es so wahnsinnig schwierig ist diese laufenden Kosten also Miete,
00:15:58: Strom,
00:15:59: Internet, so diese Basis zu finanzieren.
00:16:03: Also man kann ja für alles mögliche Förderung beantragen, man kann Bima kaufen Einrichtungen und so weiter.
00:16:12: aber so eine konstante Basis also diese Basis zu finanzen dass das so schwierig ist
00:16:20: Das sagt Veronica.
00:16:21: Ehrenamtliche an der Stange halten Unbeliebte Aufgaben gerecht verteilen Und für finanzielle Sicherheitssorgen Das sind die Schwierigkeiten, von denen die meisten selbstorganisierten Cafés berichten mit denen wir gesprochen haben.
00:16:35: Was motiviert Veronica, Rosie, Tina und Katrin weiterhin so viel Zeit und Kraft in ein anstrengendes Projekt zu stecken?
00:16:43: Also mich persönlich macht es immer besonders glücklich wenn ich die Mischung an Menschen sehe, die hier Veranstaltungen besucht.
00:16:51: Da gibt mir echt immer das Herz auf, wenn ich so ... Die alten, die jüngeren eben... Kurterbunden Menschen neben den Anführungszeichen ganz normalen hier so sitzen sehr und irgendwie merke es ist wirklich ein Raum wo die sich alle
00:17:09: wohlfühlen,
00:17:11: auch kennenlernen Gespräche entstehen zwischen Menschen die sich tatsächlich glaube ich ohne diese Räume nicht begegnen würden.
00:17:19: Das finde ich total
00:17:21: cool!
00:17:22: Alle, die herkommen, sie freuen sich immer.
00:17:24: Sie freuen sich, dass es so ein schönes Kuchenangebot gibt.
00:17:27: Dass sie einen Ort haben wo sie hingehen können und das freut mich.
00:17:31: Für das mache ich das auch.
00:17:32: Es gelingt hier
00:17:33: wirklich immer wieder politisch anders denkende ins Gespräch
00:17:37: zu bringen.
00:17:38: Ich glaube über uns motiviert die Leute vor allem, dass sie sehen, dass wir einen
00:17:42: direkten
00:17:43: Einfluss haben also eine So eine Vorstellung davon, dass man so einen Impact auf die Stadtgesellschaft hat.
00:17:49: Weil man hier vor Ort was mitgestaltet.
00:17:52: Die Cafés müssen mit unterschiedlichen Herausforderungen zurechtkommen Mit AfD-Stadträten Finanzierungslücken oder einem Mangel an Erfahrung.
00:18:02: Doch eines einzieht offensichtlich Die Freude daran etwas auf die Beine zu stellen und dabei so viele Leute wie möglich mitzunehmen.
00:18:11: Denn Orte, die begegnung ermöglichen Ohne dass dabei etwas konsumiert oder Geld ausgegeben werden muss, die braucht es eigentlich überall.
00:18:40: Das war Folge zwei vom Podcast zusammenwachsen.
00:18:43: Konzipiert, geschrieben und produziert wurde der Podcast von Nora Noll.
00:18:48: Die Interviews führten Nora Nolls und Friderike Fuchs.
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